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Unsere Wasserpflanzen (Makrophyten)

Ein spannendes Thema zur Bestimmung der Wassergüte

Was sind Makrophyten?

Mit „Makrophyten” sind alle jene Wasserpflanzen gemeint, die man im Gegensatz zu mikroskopisch kleinen Algen mit bloßem Auge erkennen kann. Die Bezeichnung kommt aus dem Griechischen und setzt sich aus den Wörtern „makro” = groß und „phyton” = Pflanze zusammen. Zu den „Makrophyten” zählen aber auch die nur wenige Millimeter großen Wasserlinsen-Arten.

Wie Makrophyten an den „Lebensraum Wasser” angepasst sind

Zieht man eine typische, völlig untergetaucht lebende Wasserpflanze an Land, so fühlt sie sich im Gegensatz zu einer Landpflanze meistens viel weicher und labbriger an und fällt nach kurzer Zeit in sich zusammen.

 

Wasserpflanzen brauchen im Gegensatz zu Landpflanzen nur wenig Festigungsgewebe, um aufrecht zu stehen, da sie ja von der Auftriebskraft des Wassers getragen werden. Verholzte Stängel kommen bei untergetauchten Wasserpflanzen überhaupt nicht vor. Auch haben Wasserpflanzen oft nur wenige oder keine Wurzeln, weil die Aufnahme von Nährstoffen überall an der Pflanze stattfinden kann, denn die Pflanze ist stets von im Wasser gelösten Nährstoffen umgeben.

 

Sauerstoff und Kohlendioxid dagegen sind wie viele andere Gase im Wasser schlecht löslich, vor allem in warmem Wasser. Das ist für Wasserpflanzen ein Problem, denn auch sie müssen Sauerstoff atmen und mit Kohlendioxid Stärke als Energiespeicher aufbauen. Dabei müssen untergetaucht lebende Pflanzen mit wenig Licht auskommen, da mit zunehmender Wassertiefe die Lichtstärke rasch abnimmt. D.h.: je tiefer eine Pflanze unter Wasser wächst, desto weniger ähnelt sie denen, die auf dem Land wachsen.

Welche Rolle spielen Makrophyten für das Leben im Gewässer?

Makrophythen erhöhen die Artenvielfalt in einem Gewässer, da sie für viele Lebewesen neue ökologische Nischen bieten.

 

  • Sie tragen zur biologischen Selbstreinigung eines Gewässers bei, indem sie den Aufwuchs tragen. Aufwuchs nennt man die Lebensgemeinschaft aus Bakterien, Pilzen und anderen Kleinstlebewesen. Abgestorbenes Material von Tieren und Pflanzen wird von Bakterien und Pilzen in einfachere Bestandteile zerlegt und so wieder dem Nährstoffkreislauf zugeführt. Zudem liefert die Pflanze den zum Abbau nötigen Sauerstoff.
  • Sie sind Lebensraum für viele bewegliche Tiere.
  • Fische und Lurche legen ihren Laich an Wasserpflanzen ab. Diese Eier brauchen zur Entwicklung viel Sauerstoff, den die Pflanze produziert. Weil Wasserpflanzen meist in Gruppen wachsen, bremsen sie den Wellenschlag und halten den Gewässerboden (= Sediment) fest.

An Wasserpflanzen kann man die Licht- und Nährstoffverhältnisse in Gewässern erkennen

Der lebensnotwendige Nährstoff, welche für eine Pflanze zuerst knapp wird, begrenzt ihr Wachstum und ihre Vermehrung. Dieses Gesetz gilt für alle Grünpflanzen. Bei den meisten Wasserpflanzen ist Phosphat der das Wachstum begrenzende Nährstoff, weil die Pflanzen einerseits viel davon brauchen, es aber im Wasser oft nur in geringer Menge vorhanden ist. Phosphat ist ein Stoff, der früher in vielen Waschmitteln vorhanden war und der mit dem Abwasser in die Flüsse und Seen gelangte. In solchen Gewässern war das Phosphat plötzlich reichlich vorhanden und kurbelte das Algenwachstum, vor allem von mikroskopisch kleinen Algen, kräftig an. Doch wo viele Algen wachsen, sterben auch viele ab. Es gibt oft nicht mehr genug Sauerstoff für einen vollständigen Abbau des toten Materials zu Mineralsalzen und Kohlendioxid. Stattdessen sind Fäulnisbakterien am Werk, die giftige Gase produzieren und noch mehr Algen zum Absterben bringen, was die Lage soweit verschlimmern kann, bis z.B. aus einem See eine stinkende Kloake geworden ist.

Kurzportraits einiger Makrophyten

I. Sehr nährstoffarme Gewässer

Die Raue Armleuchteralge (Chara aspera) ist eine bis 20 cm hohe, zierliche, zerbrechliche Alge, die sehr empfindlich gegen starken Wellenschlag ist. Auch in nährstoffreichen Gewässern kann sie nicht überleben, weil der starke Aufwuchs, der dann auf ihr wächst, zuviel Licht wegnimmt.

II. Mäßig nährstoffreiche Gewässer

Das Ährige Tausendblatt (Myriophyllum spicatum) kann unter günstigen Bedingungen stark wuchern und auch aus 5 Metern Tiefe zur Wasseroberfläche wachsen. Die untere Abbildung zeigt einen gefärbten Stängelquerschnitt, wie er für untergetaucht lebende Wasserpflanzen typisch ist. Es produziert mit seinen vielen Blättern reichlich Sauerstoff.

 

Das Durchwachsene Laichkraut (Potamogeton perfoliatus) ist mit seinen stängelumfassenden Blättern gut von anderen Laichkrautarten zu unterscheiden. Laichkrautdickichte dienen Fischen als Versteck und als Ablageort für ihren Fischlaich.

III. Sehr nährstoffreiche Gewässer

Die Kanadische Wasserpest (Elodea canadensis) ist ein Einwanderer aus Nordamerika, der um 1859 wahrscheinlich über Bruchstücke einer weiblichen Pflanze auch nach Deutschland gelangte. Wie der deutsche Name vermuten lässt, wurde sie hier schnell zur Plage, da sie das Gewässer als grüner, wuchernder Teppich überzog.

 

Das Pfeilkraut (Sagittaria sagittifolia) tritt vor allem in sehr nährstoffreichen, langsam bis mäßig schnell fließenden, selten in stehenden Gewässern auf. Übersteht mit seinen an Ausläufern gebildeten Knollen auch den Winter und Trockenzeiten.

Autorin: Martina Juarez-Mitterer