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„Wir waren eigentlich nicht nach Zaire gekommen, um uns unsere Verwandten, die Gorillas anzusehen. Meiner Erfahrung nach ist es normalerweise so, dass man sich bei einem Besuch in einem Land, in dem man Verwandte hat, am liebsten flach hinlegen und hoffen möchte, sie bekämen nicht mit, dass man in der Gegend ist. Bei den Gorillas setzt man sich wenigstens nicht der Gefahr aus, mit ihnen essen gehen und sich ein paar Millionen Jahre Familiengeschichte anhören zu müssen, also kann man ungestraft vorbeischauen.“
Eigentlich kennt man Douglas Adams als Autor von Science-Fiction Büchern wie „Per Anhalter durch die Galaxis“. Kann es gut gehen, wenn sich so jemand mit einem eher sachlichen und ökologischen Thema beschäftigt? Um es vorwegzunehmen: ja. Das Ergebnis verknüpft äußerst gelungen interessante Infos über Tierarten, die unmittelbar vom Aussterben bedroht sind, mit witziger Unterhaltung.
Ein Jahr lang reiste Douglas Adams mit dem Zoologen Mark Carwardine um die Welt und berichtete von sehr selten gewordenen Tierarten. Eine davon ist der Kakapo, ein flugunfähiger Papagei aus Neuseeland, der sich nicht gegen Feinde verteidigt und noch dazu ein extrem (!) kompliziertes Fortpflanzungsverhalten hat. Von diesem laut Adams – „würdevoll behämmerten“ Vogel gab es zum Zeitpunkt der Reise 1988 nur noch um die 40 Exemplare; mittlerweile ist der Bestand, wie man aus dem Internet erfahren kann, leicht gestiegen.
Sehr beeindruckend ist auch die Geschichte vom Baiji-Delphin, der im Yangtse Fluss in China lebt. Dieser Delphin orientiert sich mit Echopeilung. Da aber der Lärmpegel im Fluss durch Schiffsgeräusche immer mehr steigt, wurde das Tier absolut orientierungslos. Die Chinesen starteten erstaunlich schnell ein Projekt, das dem Baiji ein Stück geschützten Lebensraum in dem Fluss reserviert – und vermarkteten dieses Projekt mit einer solchen Leidenschaft, dass es jetzt unüberschaubar viele Baiji-Produkte gibt: T-Shirts, Cola, Bier und, und, und.
Ihre Reise führte Adams und Carwardine auch zum Komodo-Waran (einer Riesenechse), zu den weißen Nashörnern in Zaire und zu den Rodrigues-Flederhunden – alles Tierarten, die sehr traurige Geschichten zu erzählen haben. Douglas Adams schafft es mit seinem Humor, dieses ernste Thema aufzulockern und trotzdem zum Nachdenken anzuregen. Nebenbei erzählt der Autor zahlreiche skurrile Geschichten aus dem Reisealltag (wie er etwa auf dem Flug nach China nach und nach eine komplette Parfumkollektion erwarb) und natürlich über Land und Leute.
Fazit: „Die letzten ihrer Art“ ist ein absolut spannendes, witziges und interessantes Lesevergnügen ich habe dieses Buch mittlerweile zum dritten Mal verschlungen...
Autorin: Veronika Weindler
Die letzten Ihrer Art, Douglas Adams & Mark Carwardine
1991 erschienen bei Rogner & Bernhard 66 Farbfotos, 14,90 €
ISBN-10: 3-453-06115-2
ISBN-13: 9783453061156